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MoBI-aqua steht für das grenzüberschreitende Monitoring biologischer Invasionen zum Schutz der aquatischen Artenvielfalt

Gefördert durch die Europäische Union, arbeiten das Institut für Hydrobiologie der Technischen Universität Dresden und die Fakultät für Fischerei und Gewässerschutz der Südböhmischen Universität in Budweis zusammen, um den Schutz der aquatischen Artenvielfalt in den Flüssen Elbe und Ohře (Eger) sowie ihren sächsischen und nordtschechischen Nebenflüssen grenzüberschreitend zu stärken.

Die Elbe ist sowohl in Deutschland als auch in der Tschechischen Republik von großer wasser- und verkehrswirtschaftlicher Bedeutung. Zugleich sind der Elbe-Hauptstrom und seine zahlreichen Zuflüsse Lebensraum vieler aquatischer Organismen. Doch in der tschechisch-sächsischen Grenzregion sind nur noch wenige naturnahe Rückzugsräume für bedrohte Arten (z.B. Edel- & Steinkrebs, Groppe) vorhanden. Als Bundeswasserstraße ist die Elbe außerdem ein bedeutender Wander- und Transportweg für invasive Neobiota, die heimische Arten zusätzlich gefährden können.

Elbe

Elbe oberhalb von Bad Schandau © S. Worischka

 

Ziel des Projekts ist es deshalb, ein grenzüberschreitendes Netzwerk zur Kooperation zwischen Wissenschaftlern, Behörden und Öffentlichkeit aufzubauen und neue Lösungen und Werkzeuge für das Management invasiver Arten zu entwickeln. Das Projekt beinhaltet u. a.

  • ein gemeinsames Freiland-Monitoring durch die beiden Forschungseinrichtungen in Zusammenarbeit mit sächsischen und tschechischen Anglerverbänden und Behörden
  • eine genetische Untersuchung sächsischer sowie grenznaher tschechischer Groppen-Populationen – denn die Groppe (Cottus gobio) ist eine gefährdete Fischart, deren Vorkommen regional stark zurückgeht
  • Experimente in künstlichen Fließrinnen, die helfen sollen, die Interaktion zwischen heimischen und invasiven Arten besser zu verstehen und ökologische Zusammenhänge aufzuklären
  • eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, um die Bevölkerung für die Problematik zu sensibilisieren und interessierten Bürgern die Gelegenheit zur Mitwirkung zu geben
  • die Entwicklung einer PWA (mobilen Anwendung) zur Bestimmung und Meldung invasiver oder gefährdeter heimischer aquatischer Tierarten.
Cottus gobio

Groppe (Cottus gobio) © S. Worischka

Das Projektgebiet umfasst ganz Sachsen und die drei nordtschechischen Kreise Ústí nad Labem, Liberec und Karlovy Vary. Das Projekt läuft von Oktober 2018 bis September 2020.

Elbe

24-Stunden-Probenahme in der Elbe © L. Richter

Die Projektpartner

Institut für Hydrobiologie der Technischen Universität Dresden

Fakultät für Fischerei und Gewässerschutz der Südböhmischen Universität in Budweis

Förderung

Das Projekt wird durch die Europäische Union gefördert.

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